Euro-Micro-Lauf in Zülpich 2011
Randstorie Frühling'sRegatta in Zülpich 2011 - von Wolfgang Reiss - GER 54
Im Rahmen der Zülpicher Frühlings-Regatta fand am 7. und 8. Mai auch der Euro-Micro-Lauf statt. So versammelten sich an diesem Wochenende 11 Micros an unserem Wassersportsee.
Da der Termin - taktischer Weise - auf das Wochenende nach der Regatta im französischen Plobsheim terminiert war, konnten wir auch internationale Teilnehmer begrüßen. Einige der russischen Regattafreunde hatten Zülpich auf Ihrem Heimweg noch "mitgenommen".
Grundsätzlich war die Beteiligung der Mannschaften aus den östlichen - und noch viel mehr aus den westlichen - Nachbarländern sehr gering. Unser Sportsfreund Renan Robert hatte dabei die französische (mit Renan Fournier an Board), als auch die niederländische Fahne hochgehalten.
Bei Sonnenschein und Wind um 4-5 Beaufort hat es uns gleich in der ersten Wettfahrt erwischt. Unser Jürgen hat sich einen Nerv im Rücken eingeklemmt und musste sich in ärztliche Behandlung begeben.
Nach kurzer Überlegung - ob wir aufgeben - hat sich Jenia bereiterklärt, bei uns einzusteigen und uns aus der Bredouille zu helfen.
Auch in der zweiten Wettfahrt kam es dann wieder zu interessanten Zweikämpfen an der Startlinie und spannenden Positionswechseln im Regattafeld.
Wir hatten mit den vorherrschenden Windverhältnissen hart zu kämpfen und sind bei einigen Manövern arg durch das Boot geschleudert worden. Es zeigte sich zunehmend, dass wir bei mehr als 3 Windstärken nicht mit den Konkurrenten aus Russland und den Niederlanden mithalten können.
Anschließend ist uns auf der Kreuz auch noch ein Ausreitgurt gerissen. Dabei bin ich dann rückwärts aus dem Boot gefallen, dummerweise aber mit dem rechten Fuß im Spinnackersack hängen geblieben. Nachdem ich eine gefühlte Menge von 10 Litern Wasser geschluckt hatte, konnte mich Jenia aus meiner misslichen Lage befreien.
Wie in der ersten Wettfahrt, haben wir durch dieses Missgeschick wieder einige Plätze verloren und konnten den dritten Lauf auch nur als sechster - im Ziel - beenden.
Bereits am Samstag zeichnete sich ab, dass das russische Team um Andrey Bill jetzt offensichtlich eingespielt war und eine Wettfahrt nach der anderen für sich entscheiden konnte. In Plobsheim hatten wir das Team, mit der russischen Olympiakader-Steuerfrau Elena Brutskaya, noch 2-mal schlagen können.
Erst nachdem am Samstag auch der vierte Lauf absolviert war, hatte unser Regattaleiter ein erbarmen. Die Teilnehmer, die ihn kennen, hatten sich vorsichtshalber schon Taschenlampen mit auf das Boot genommen. J
Der folgende Seglerhock wurde anschließend mit einem exzellenten Buffet eingeleitet und endete zu später Stunde – nach diversen Bier-, Wein- und Wodkarunden.
Am Sonntagvormittag konnten wir dann noch 2 herrliche Wettfahrten absolvieren. Der Wind hatte zwar ein bisschen abgeflaut - den deutschen Teams aber trotzdem keine Chance gegen unsere ausländischen Gäste gelassen.
Allem in allem ein gelungenes Regattawochenende mit starken Zweikämpfen im Feld der deutschen Teilnehmer. In manchem Lauf gab es nur wenige Sekunden, die über die Position in der Ergebnisliste entschieden haben.
Ich denke, jeder von uns hat wieder ein wenig gelernt und seinen Ehrgeiz – für die nächste Regatta – ein Stückchen nach oben geschraubt.
Auch unser Klassenobmann wird sicherlich gelernt haben, dass kentern nicht zu den schnelleren Vortriebsmöglichkeiten gehört.
Wolfgang Reiss - GER 54