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Micro das Schiff

Gestern - Heute - Morgen. Die Micro-Geschichte - Wegpunkte.

Die Entwicklung der Micros verlief stets in Schüben. Die Urmutter aller Micros war die Corsaire.
Von ihr sind die Grunddaten für neue Micros übernommen worden. 1954 durch Jacques Herbulot gezeichnet, wurden bis heute über 4000 Schiffe verkauft. Das Schiff war am Anfang als Schulungsboot für den Seesegelnachwuchs gedacht.
Es gibt bis heute eine eigene Klassenvereinigung in Frankreich und der Schweiz, und es werden weiterhin neue Schiffe gebaut, die sowohl die Microregatten, wie auch die getrennt veranstalteten Corsaire-Regatten mitsegeln.
Die Geburt der eigentlichen Microklasse fand im Winter 1976 in Frankreich statt. Oliver le Carée, Redakteur der Zeitschrift "Bateaux"war ihr Gründer. Mit Sponsorengelder aus der Wirtschaft und Unterstützung von Frankreichs großen Sportbootwerften gelang es ihm, 1977 die Klasse ins Leben zu rufen und den ersten Microcup in Lorient zu organisieren. Ziel war es, ein Klasse für den Einstieg in das Regatta- und Fahrtensegeln mit Yachten zu schaffen. Danach übernahm der französiche Seglerverband die Betreung.
Yachtwerften wie Edel, Jeanneau, Challenger, Kelt und viele andere mehr bauten das Serienmicroschiff. Der Konstrukteur der Neptune 5,50, Jacques Fauroux wurde 1979 mit seiner ersten Neptune Weltmeister, die allerdings als Prototyp startete. 19 mal wurde die Neptune 1. der Serienschiffe und ist damit das erfolgreichste  Serienschiff. Die Produktion wurde 1994 eingestellt. 2004 kam sie leicht überarbeitet als G 5,50 wieder auf den Markt. Gary Mull zeichnete die Microsail, Paul Lukas die Les Copines.Alle drei sorgten dafür, daß die von ihnen entworfenen Schiffe die schnellsten waren und zu Weltmeisterehren gelangten.

  Neptune 550                                                                                                    Microsail                                      Plan Lukas

Seit 1985 werden in Polen Micro Cupper gebaut. Der erste war die Micron von Jerszy Pisniewski. Er war der erste Präsident der polnischen MicroCupper Klassenvereinigung und Motor für Ost-Westbeziehungen. Er gab seine Pläne und Klassenvorschriften weiter an die UDSSR. Dort werden Microserienschiffe seit 1987 gebaut, z.B. die Ricochet, bis heute folgten die Dotan, Silver, Bobsail. Bei der WM in Brest lernte Theo Wiesniewski ihn kennen und so ging die erste Einladung an die Polen in Deutschland. Im Mai konnte Dank der Unterstützung des auswärtigen Amtes die Pisniewski Crew am "Wappen von Amecke" teilnehmen. Daraus ergaben sich bis heute Regattateilnahmen. 1989 nahmen zwei russische Schiffe in Gdynia an der Regatta teil. So ergab es sich zwangsläufig, dass 1990 zwei russische Schiffe beim "Wappen von Amecke" am Start waren. 1995 waren es sogar 7 russische Schiffe, auf einem Autotransporter mitgebracht.

Einer der herausragensden polnischen Konstrukteure ist Andzeij Skrzat. Mit seinem ersten Prototyp der Kankan erreichte er bei der WM in Polen den dritten Platz. Weitere erfolgreiche Prototypen von ihm sind die Windjammer und die Shanta. Durch Frank Störck und seinen polnischen Partner entstand die Sailart 18. Mitkonstrukteur war Z. Abrozej. Die Sailart 18 kam 1993 auf den Markt, als Serienküstenkreuzer. Bis heute wurden ca. 100 Schiffe verkauft.

 

 

 

 

 

 

 
 
KanKan (links) und L'Arte (rechts). Warnemünde 2007. Fotos von Pepe Hartmann.

Mit der Opus und deren Nachfolger Hot Boat, der Shanta, sowie der L´Arte entstanden in der zweiten Hälfteder 90er Jahre drei absolute Rennmaschinen. Die in Polen hergestellten Boote mit Sandwichrümpfen und Kohlefasermasten, sowie Kevlar- und Mylarsegel sind ab 1997 bei den Weltmeisterschaften kaum noch zu schlagen. Gleichzeitig erschienen auf dem Micromarkt aber auch neue Boote der Kreuzerklasse, wie die Sailart, die Jumper und die Mosquito, die teilweise sehr gute Ergebnisse auf den Regatten ersegeln konnten und den Schiffen der Regattaklasse das Leben schwer machen. Die Neptune, deren Produktion 1994 eingestellt wurde, ist das erfolgreichste Seirenschiff in 34 Jahren Micro Cup. 19 mal 1. der Serienboote.
Der letzte polnische Proto, die L'Arte wurde von Eugniusz Ginter konstruiert. Im Jahre 2000 richtete Deutschland das erste Mal die WM aus. Im Rahmen der Warnemünder Woche konnten 33 Boote bei guten Wetterbedingungen in 7 Läufen ihren Weltmeister ermitteln. Erstmals nahmen auch Segler aus Übersee teil. Jeweils eine Crew aus Canada und Brasilien kämpften hier mit.  Bei der WM in Warnemünde tauchten die neuen schnellen Kreuzer aus Polen auf. Allen voran die Jumper, belegte den 10. Platz im Generalklassement.und fuhr somit in das Feld der Protos rein.. Weitere Neukonstruktionen die aus Polen kamen:  Mosquito C, Flyer 550 C, Micropolka C, Bruga C und aus Lettland die erste Diletant 2 C, der bis heute laufend verbessert wurde. Aus Russland kam die Silver C, Bobsail R und Dotan in allen drei Variatioen.

                                             

 

 

 
 

 

Kampf mit der hohen See. Warnemünde 2007.  Fotos von Pepe Hartmann.

Im Jahr 2007 richtete Deutschland abermals  einen World-Cup innerhalb der Warnemünder Woche aus. Mit 42 Crews aus 9 Ländern. 5 Wettfahrttage mit 12 Wettfahrten verlangten den Teilnehmern alles ab. Der Wind war heftig. In der Regel um die fünf Beaufort, manchmals auch etwas höher.

Die WM in Moskau brach alle Melderekorde, 72 Boote waren dabei. 65 waren es 2010 in Quiberon, während sonst bei den Micro-Cups im Mutterland fast immer 80 Prozent Franzosen waren, kamen diesmal die Hälfte der Teilnehmer aus dem Ausland. Sowie in den letzten Jahren, so dominierten auch in Quiberon die Russen und Polen. Aber auch hier sorgte ein junger französischer Segler auf einer G 5,50, dem Nachfolger der Neptune, für eine kleine Sensation, er wurde 6. im Generalklassement. Die ausgezeichnete Leistung der Mannschaft der MicroMood demonstrierte, das die Neptune ihr vorzügliches Potential erhalten hat und damit bewies, das sie mit den neuen Schiffskielen aus den östlichen Ländern mithalten kann und das es nicht nur am Schiff liegt, sondern auch am Skipper.

Im Jahr 2011 findet der 35. Micro-Cup in Lettland auf dem Lake Usma statt. Lettland ist das Land wo die Seen, der Sage nach, so lange am Himmel fliegen, bis sie ihren Platz auf der Erde finden. In Deutschland sind inzwischen nach Schätzungen mehr als 600 Micros unterwegs. Davon haben sich um die 50 in der Deutschen Micro Klassenvereinigung zusammengeschlossen und segeln aktiv auf Micro- und Ausgleichsregatten oder benutzen ihre Schiffe zum Tourensegeln. Zurzeit sind  zwei Dotans in Deutschland im Selbstbau. Hartmut Völkl und Francis Marx holten sich 2009 die Konstruktionspläne in Lettland ab. In diesem Jahr soll der Stapellauf sein  Alles ist möglich.

Die Geschichte ist noch nicht zu Ende.....

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